Das Projekt im Detail:
10.000 Teilnehmer/innen aus der gesamten Bundesrepublik, 25 regionale BürgerForen, ein bundesweites Bürgerprogramm, diskutiert, geschrieben und verabschiedet von Menschen aller Altersklassen, unterschiedlicher Lebenssituationen, Einkommen und (Berufs-)Erfahrungen: Das BürgerForum 2011, das auf Initiative des Bundespräsidenten von März bis Mai 2011durchgeführt wurde, ist ein Format, das die Bertelsmann Stiftung und die Heinz Nixdorf Stiftung mit der Unterstützung von DEMOS entwickelt haben. Das Projekt trägt den Titel „Zukunft braucht Zusammenhalt. Vielfalt schafft Chancen“ und beinhaltete die zentrale Frage, wie der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland gestärkt werden kann.
Bundespräsident: Den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken
Bereits in seiner Rede zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit 2010 hat der Bundespräsident deutlich gemacht, welche Bedeutung er dieser Frage beimisst:
„Ein freiheitliches Land wie unseres – es lebt von Vielfalt, es lebt von unterschiedlichen Lebensentwürfen, es lebt von Aufgeschlossenheit für neue Ideen. (…) Aber: Zu große Unterschiede gefährden den Zusammenhalt. Daraus folgt für mich: Vielfalt schätzen, Risse in unserer Gesellschaft schließen – das bewahrt vor Illusionen, das schafft echten Zusammenhalt.“
Hier setzte das BürgerForum 2011 an: Es bot Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, zentrale gesellschaftliche Fragen zu diskutieren, Lösungsvorschläge zu machen, sich aus ihrer jeweiligen Lebensrealität heraus in die Entwicklung der Gesellschaft einzubringen. Damit wurde vielen Menschen ein Werkzeug an die Hand gegeben, sich für politische Ideen zu engagieren – mit Blick auf sinkende Wahlbeteiligungen und eine nachlassende Bereitschaft, sich in Parteien zu engagieren, ein weiteres wichtiges Ziel des BürgerForums.
Online-Diskussionen für ein bundesweites Bürgerprogramm
Das Bürgerforum 2011 lief in mehreren Stufen ab: Die per Zufallsverfahren ausgewählten 10.000 Bürgerinnen und Bürger aus 25 Städten und Kreisen trafen sich jeweils am 12. März zeitgleich zu einer Auftaktveranstaltung in ihrer Region. Hier lernten sich die Teilnehmenden kennen und begannen mit der inhaltlichen Arbeit. Es folgten mehrwöchige Online-Diskussionen, in denen Vorschläge erarbeitet wurden, wie der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden kann. Bei einem Tag des BürgerForums kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch einmal zusammen, um der Öffentlichkeit die Ergebnisse ihrer Arbeit vorzustellen. Nach Beendigung der regionalen Arbeit wurden alle 25 regionalen Foren auf der Online-Plattform miteinander vernetzt. Die 10.000 Diskutanten erarbeiteten nun ein bundesweites Bürgerprogramm.
Die Online-Zusammenarbeit der 10.000 Teilnehmer/innen fand auf der DEMOS-Plattform statt. DEMOS hat die Methoden für die Online-Zusammenarbeit der Teilnehmenden konzipiert und die 25 regionalen Online-Plattformen realisiert. Außerdem trainierte DEMOS die 100 Online-Moderatoren und begleitete den gesamten Ablauf als Leitstelle Online-Moderation. Wie bei allen DEMOS-Beteiligungsverfahren war das Ziel der Online-Arbeit, dass die Teilnehmer/innen durch ihre Beiträge und Entscheidungen ein transparentes, gemeinsames und aussagekräftiges Ergebnis erarbeiten – und dieses Ziel wurde erreicht: Am 28. Mai wurde das gemeinsam erarbeitete bundesweite BürgerProgramm dem Bundespräsidenten bei einem Tag der Demokratie überreicht.

