Neugestaltung des Hamburger Domplatzes

Bürger entwickelten Nutzungskonzepte

  • Titel:
    Neugestaltung des Hamburger Domplatzes
  • Laufzeit:
    29. Mai 2007 bis 14. Juni 2007
  • Zielsetzung:
    Entwicklung eines Nutzungskonzepts für den Hamburger Domplatz

Bereits in der Vergangenheit hatte es in Form von Ideenwettbewerben und eines Architekturwettbewerbs einige Ansätze zur Neugestaltung des Hamburger Domplatzes gegeben, der heute ein wichtiges Bindeglied zwischen der Innenstadt und der sich entwickelnden HafenCity darstellt. Im Zuge der weiteren Innenstadtentwicklung hat die Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt 2007 beschlossen, eine Internetdiskussion zum Thema „Neugestaltung des Hamburger Domplatzes“ durchzuführen. Im Rahmen dieser Diskussion erhielten die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich mit ihren Ideen an der zukünftigen Gestaltung dieses zentralen und geschichtsträchtigen Ortes zu beteiligen und gemeinsam ganz konkrete Nutzungskonzepte zu entwickeln.
Der Diskussionsprozess und seine Ergebnisse fanden regional und überregional eine breite Medienresonanz. Neben den Hamburger Medien berichteten unter anderem DIE ZEIT und die Frankfurter Rundschau über das Projekt. Der Diskurs wurde zudem von Bundespräsident Christian Wulff im Zusammenhang mit der Realisierung von Großprojekten und den Möglichkeiten von Diskussionen im Internet beispielhaft genannt.

Das Projekt im Detail:

Das Ziel der Internetdiskussion, für die sich 285 Benutzerinnen und Benutzer registriert haben, bestand in der Entwicklung von Vorschlägen für die Neugestaltung des Hamburger Domplatzes, aus denen schließlich 27 konkrete Nutzungskonzepte hervorgingen.

Intensive Diskussionen und grafische Visualisierungen

Der Diskurs wurde in drei Phasen gegliedert, die jeweils spezifische Ziele verfolgten: In der ersten Phase diskutierten die Teilnehmenden die Grundsatzfrage, ob der Domplatz bebaut werden soll oder eine Freifläche befürwortet wird. Der zweite Diskussionsabschnitt diente der Vertiefung der Teilaspekte in Unterforen und der Entwicklung konkreter Ideen, um schließlich in der letzten Phase die Ergebnisse zusammenzufassen und zu bewerten. Die Teilnehmenden erhielten mittels eines Bewertungsverfahrens die Möglichkeit, die gesammelten Vorschläge in eine Rangfolge zu bringen, die ihre eigenen Prioritäten als auch die Qualität der erarbeiteten Dokumente berücksichtigte.
Als Diskussionsgrundlage stand den Nutzerinnen und Nutzern eine Einführung in die Geschichte der Bebauung des Domplatzes durch detaillierte Beschreibungen, Kartenmaterial, Fotos etc. zur Verfügung. Neben der textlichen Beschreibung der Nutzungsvorschläge konnten sie während der gesamten Laufzeit ihre Ideen mithilfe eines Kartenclients visualisieren. Auf Grundlage georeferenzierten Kartenmaterials (Luftbilder, Stadtplan, Grundstücksgrenzen etc.) entwarfen die Nutzerinnen und Nutzer durch Einfügen von Gebäuden, Parkanlagen etc. „ihren Domplatz“. Alle eingezeichneten Objekte ließen sich durch Markierungen mit Fotos und Grafiken verbinden.

Fachexperten rundeten Diskussionsergebnisse ab

Um den Diskurs zusätzlich mit Fachwissen anzureichern, beteiligten sich Kultursenatorin Prof. Dr. Karin von Welck, der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Axel Gedaschko, sowie der Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter an Livediskussionen im Forum. Die beiden Politiker und der Oberbaudirektor standen den Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils 90 Minuten lang Rede und Antwort.

Ergebnisse der Internetdiskussion flossen in die Neugestaltung ein

Fast alle Nutzungskonzepte vereinte der Wunsch nach einem öffentlich erlebbaren und frei zugänglichen Domplatz. Die meisten der teilnehmenden Hamburgerinnen und Hamburger wünschten sich einen kleinteilig bebauten oder sogar gänzlich unbebauten Domplatz, bei dem ausgedehnte Grünflächen im Vordergrund stehen – sei es durch die Gruppierung von Gebäuden um einen Platz, einen Garten, einen Spielplatz oder durch ein Nebeneinander von Park- oder Grünanlage und mehr oder minder umfangreicher Bebauung. Zum Verweilen und Ausruhen einladende Objekte wie Bänke oder Freitreppen sowie Wasserelemente waren häufig genannte Gestaltungsmöglichkeiten.
Die in der Internetdiskussion gewonnenen Ergebnisse flossen in die konkreten Planungen für die Neugestaltung des Domplatzes ein und am 6. Mai 2009 war es dann soweit: Nach 15-monatiger Bauzeit übergaben Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk und Bezirksamtsleiter Markus Schreiber den neu gestalteten Domplatz der Öffentlichkeit – mit Blick auf den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nach einer grünen Oase in der Mitte der Stadt ein Beispiel dafür, dass ihre Wünsche von der Politik respektiert und ernst genommen werden.